Wie kann es gelingen, Unternehmen für die Zeit nach der Krise bestmöglich aufzustellen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des fünften Petersberger Industriedialogs am 12. Mai 2009. Eine strategische Antwort klang im Thema der Veranstaltung an: „Mit Technologieführerschaft zum Markterfolg von morgen“.

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Der Petersberger Industriedialog ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Stiftung Industrieforschung und der Industrie- und Handelskammern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Und so hatten auch Friedhelm Sträter (Präsident der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid) und Johann Wilhelm Arntz (stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Industrieforschung) die rund 200 Gäste zu Beginn der Veranstaltung willkommen geheißen.

Roland Bent, Geschäftsführer der Phoenix Contact GmbH & Co. KG aus BlombergRoland Bent, Geschäftsführer der Phoenix Contact GmbH & Co. KG aus Blomberg, riet zu Offensivstrategien: „Antizyklisch handeln: mit Innovationskultur der Krise begegnen“ – so lautete sein Plädoyer. „Innovationskultur lässt sich jedoch nicht ausrollen“, so Bent. Sie entstehe dann, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen und wenn sie Top Down gelebt werde. Als Grundlagen der Innovationskultur seines Hauses nannte er fünf Faktoren: unternehmerisches Handeln – und zwar an allen Stellen des Unternehmens (Verantwortung geben und annehmen), Risikobereitschaft (Fehler gehören zum Erfolg), Marktnähe (Verständnis für die Anwendung), Vertrauen (Sicherheit für nachhaltiges Handeln) und nicht zuletzt Transparenz (miteinander reden statt übereinander). Innovation brauche jedoch ebenso Begeisterung: „Nur wer selber brennt, kann andere anstecken.“

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Dr. Roland Langfeld, Vice President Research & Technology Development der SCHOTT AG aus Mainz„Mit langfristigem Denken durch die Krise“, dies war das Thema des Vortrags von Dr. Roland Langfeld, Vice President Research & Technology Development der SCHOTT AG aus Mainz. Schott Solar orientiert sich in seiner Arbeit an einem Megatrend - langfristige und nachhaltige Energieversorgung – und hat daraus eine auch über die Krise hinweg stabile strategische Ausrichtung entwickelt. Am Beispiel eines „Receivers“, der eine Schlüsselkomponente von Solarkraftwerken mit Parabolrinnentechnologie ist, zeigte Langfeld, wie sich Schott mit innovativen High-Tech-Lösungen auf diesem zukunftsträchtigen Energiemarkt positioniert. Dabei setzt das Unternehmen auch auf die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft: eine zusammen mit Fraunhofer entwickelte Absorber-Beschichtung und eine mit der TU Clausthal erarbeitete haftfeste Antireflexbeschichtung auf Basis von Nano-Partikeln zeugen davon.

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Dr. Christoph Ullmann, Geschäftsführer der Laserline GmbH aus Mülheim-KärlichEine eindrucksvolle High-Tech-Erfolgsgeschichte konnte Dr. Christoph Ullmann, Geschäftsführer der Laserline GmbH aus Mülheim-Kärlich präsentieren: Innerhalb von 12 Jahren hat es das Unternehmen geschafft, seine Technologieführerschaft bei Diodenlasern für die Materialbearbeitung in eine Marktführerschaft umzusetzen. Als Basis dieses Erfolgs bezeichnete Ullmann die Kooperation mit technisch führenden Zulieferern. Diese Zusammenarbeit könne jedoch nur gelingen, wenn sie langfristig und vertrauensvoll angelegt sei, man in regelmäßigen Meetings die Fortschritte und den weiteren Handlungsbedarf abgleiche und klare Kostenziele vereinbare. Die Technologieführerschaft helfe Laserline dabei, als Partner in längerfristige strategische Zukunftsprojekte eingebunden zu werden und sich damit ein Stück weit aus Konjunkturzyklen auszukoppeln.

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Achim Haas, Geschäftsführer der CeramTec-ETEC GmbH aus LohmarWie Technologieführerschaft zur Basis für eine Positionierung als Systemanbieter und Problemlöser in wachsenden Marktsegmenten gemacht werden kann, berichtete Achim Haas, Geschäftsführer der CeramTec-ETEC GmbH aus Lohmar. Auf der Basis von Hochleistungskeramik bietet das Unternehmen Verschleißschutzlösungen für die Industrie ebenso an wie keramische Komponenten für den ballistischen Schutz oder völlig neuartige Produkte wie Anlaufspursysteme für Skischanzen („Keramik ist der bessere Schnee.“) Seine Erfahrungen fasste Haas wie folgt zusammen: „In unserer 27 Jahre jungen Unternehmensgeschichte erleben wir nicht die erste Wirtschaftskrise. Wir haben in dieser Zeit bewiesen, dass mit einer konsequenten Kundenorientierung und der ebenso konsequenten Beobachtung und Einbeziehung des technologischen Umfeldes, auch auf der Zulieferer-Seite, ein weltweit agierendes und technologisch führendes Produktionsunternehmen an einem deutschen Standort sehr wohl erfolgreich sein kann.“

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Dr. Karlheinz Sossenheimer, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Mechatronics GmbH aus Mechernich„Technologieführerschaft und sich ergänzende Kompetenzen – Erfolgsfaktoren für einen Systemlieferanten“. Unter diesem Thema stand der Vortrag von Dr. Karlheinz Sossenheimer, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Mechatronics GmbH aus Mechernich. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Module oder Baugruppen für Maschinenbau, Druck und Verpackung, Energietechnik oder Telekommunikation. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die Zusammenführung ganz unterschiedlicher Fachrichtungen und Kompetenzen zu integrierten Lösungen – und dies immer unter dem Gesichtspunkt einer strengen Nutzerorientierung. Sossenheimer hob besonders die erfolgreiche Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten im Rahmen eines „Wertschöpfungs-Netzwerks“ hervor. Partner sind beispielsweise das Fraunhofer Institut für Lasertechnik oder die RWTH Aachen.

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Prof. Dr. Robert Fieten, Leiter des Management-Forschungs-Teams KölnAuch den fünften „Petersberger Industriedialog“ brachte Moderator Prof. Dr. Robert Fieten, Leiter des Management-Forschungs-Teams Köln, inhaltlich und zeitlich zu einer Punktlandung. Fieten hatte maßgeblich an der Konzeption der Veranstaltung mitgewirkt.
Die Ergebnisse fasste Fieten wie folgt zusammen: „Die Veranstaltung hat gezeigt, dass mittelständische Unternehmen am besten der Krise begegnen, indem sie sich auf ihre technologischen Stärken besinnen und diese systematisch weiter ausbauen. An F&E wird nicht gespart, denn Technologieführerschaft ist die Basis sowohl für innovative Produkte als auch für hocheffiziente Produktionsprozesse am Standort Deutschland.“

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Stand: 30.03.2017
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