Wie mittelständische Unternehmen auch am heimischen Standort ein profitables organisches Wachstum erreichen, zeigten fünf erfolgreiche Unternehmer am 5. Juni 2007 beim „Petersberger Industriedialog“ auf. Die Erfolgskonzepte der Unternehmen können Sie hier nachlesen.

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Begrüssen mehr als 300 Entscheider aus mittelständischen Unternehmen: IHK-Präsident Manfred Sattler (links oben), Moderator Dr. Robert Fieten (links unten), Stiftungsvorstand Dr. Wolfgang Lerch

„Für mittelständische Unternehmen, die sich intelligent im Markt positioniert haben und dabei ihr spezifisches technologisches Know-How sowie ihre Kundenorientierung ausspielen, gibt es wieder viele Wachstumschancen“, betont Manfred Sattler, Präsident der IHK zu Koblenz, zum Auftakt des diesjährigen „Petersberger Industriedialogs“. Sein Rat an kleine und mittlere Firmen: nachhaltiges Wachstum als ein strategisches Ziel sehen. Sattler: „Jedes Unternehmen muss sorgfältig die Wege aussuchen, die zu Wachstum führen.“

Wie es Firmen gelingt, attraktive wachsende Marktsegmente zu besetzen und ihre Kunden zu binden, zeigten fünf Unternehmer auf der Veranstaltung: „Profitables Wachstum am Wirtschaftsstandort Deutschland – Erfolgsstrategien für den Mittelstand“ auf. „Wir wollen hier versuchen, das Genom des profitablen Wachstums zu entschlüsseln“, machte Moderator Dr. Robert Fieten vom Management-Forschungs-Team Köln den Referenten zur Vorgabe.

„Innovationen sind eine der maßgeblichen Antriebskräfte für den wirtschaftlichen Erfolg“, hebt Dr. Wolfgang Lerch, Mitglied des Vorstands der Stiftung Industrieforschung in Köln, hervor, „der schnelle Transfer von Forschungsergebnissen in mittelständische Unternehmen nimmt dabei eine zentrale Funktion ein.“ Am Rande der Veranstaltung präsentierten Wissenschaftler deshalb Ergebnisse zu vier von der Stiftung Industrieforschung geförderten Projekten mit dem Themenschwerpunkt RFID.

Die von der Stiftung Industrieforschung gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern in Nordhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchgeführte Veranstaltung fand am 5. Juni 2007 im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung, dem Grandhotel Petersberg in Königswinter bei Bonn statt. Mehr als 300  Entscheider aus mittelständischen Firmen nahmen daran teil.

Impressionen von der Veranstaltung:

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Vorträge der Referenten

Produktivitätssteigerung – unverzichtbare Basis für organisches Wachstum

Oliver Jung, Vorstand Produktion der Schmitz Cargobull AG in HorstmarHohe Ziele hat sich Oliver Jung, Vorstand Produktion der Schmitz Cargobull AG in Horstmar, gesetzt: „Wir wollen weltweit die produktivsten Werke haben, die beste Qualität liefern und zum Benchmark der Branche werden.“ Jung ist auf dem besten Weg dahin: Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte der Trailer-Hersteller einen Wachstumsschub von 39 Prozent und will bis zum Jahr 2010 den Umsatz von derzeit 1,7 Milliarden Euro auf 3 Milliarden steigern.

Auf dem Weg zum Erfolg setzt Schmitz Cargobull auf die Optimierung seines Produktionssystems: Verbesserte Produktionsabläufe reduzierten die technische Durchlaufzeit für die Herstellung eines Trailers von 72 Stunden auf nur 18 Stunden, steigerten die Produktion um 133 Prozent und verringerten die Fehlerkosten um 47 Prozent.

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Mit Innovationen neue Marktfelder erschließen und wachsen

Udo Wendland, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stabilus GmbH in KoblenzDie wichtigsten Wachstumstreiber seines Unternehmens sind für Udo Wendland, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stabilus GmbH in Koblenz, „Ausbau des Kerngeschäfts, globale Expansion, Kundenbindung und Mikrosegementierung sowie Innovation“. Mit dieser Strategie ist das 1934 gegründete Unternehmen zum Weltmarktführer bei Gasfedern und hydraulischen Schwingungsdämpfern geworden. 65 Prozent der jährlich 125 Millionen produzierten Gasfedern gehen in die Automobilindustrie.

Beispiel Kundenbindung: Mit zehn Prozent seiner Abnehmer macht Stabilus 80 Prozent des Umsatzes. Diese so genannten A-Kunden werden deshalb direkt betreut und bis hin zur Entwicklung neuer Applikationen optimal bedient. Um B- und C-Kunden kümmern sich Vertriebspartner.

Beispiel Mikrosegmentierung: Segment-Manager im Stabilus-Team kümmern sich um neue Einsatzbereiche für Gasfedern – so etwa in Fluggastsitzen, Hospitalbetten oder Verkaufswagen – und erkunden gezielt die speziellen Anforderungen. Innovative Problemlösungen bringen dann den Umsatz.

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Über Technologieführerschaft zu organischem Wachstum: Marktnischen systematisch erschließen

Dr. Stephan Kufferath, Vorstand der GKD – Gebr. Kufferath AG in Düren„Anpassung ist die Fähigkeit, sich im Laufe der Zeit durch Innovation selbst zu erneuern“,  beschreibt Dr. Stephan Kufferath, Vorstand der GKD – Gebr. Kufferath AG in Düren, und hat dabei immer ein Ziel im Visier: ein Nischenanbieter zu sein, der Weltmarktführerschaft anstrebt. Gestartet und weiterhin erfolgreich am Markt ist das 1925 gegründete Unternehmen  (konsolidierter Gesamtumsatz 2006: 75 Millionen Euro) mit Feinstgewebe für Filtertechnik und Prozessbänder.  Dabei setzt Kufferath durch das Identifizieren technisch anspruchsvoller Anwendungsfelder für seine Produkte auf die Erweiterung der Wertschöpfungskette über das Weben hinaus und entwickelt beispielsweise aus dem Geflecht einen Windkanal für Formel 1-Fahrzeuge.

Große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit wird den Dürenern derzeit durch den Einsatz ihrer Metallgewebe in der Architektur zuteil:  Sie verkleiden und verschönern damit an Gebäuden Fassaden, Decken und Treppenhäuser. Mit dem erst 1992 entdeckten Marktsegment macht Kufferath bereits 40 Prozent seines Umsatzes. Der jüngste Clou sind interaktive Medienfassaden: In Verbindung mit farbigen Leuchtdioden (LED) werden aus den Metallgeweben haushohe Werbeträger.

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Know-how-Schutz und Schutz gegen Produktpiraterie: Voraussetzungen für die Absicherung von Wachstumspotenzialen

Birgit Medeke, Leiterin der Rechtsabteilung bei ZWILLING J. A. HENCKELS AG in Solingen„Kleine, innovative Firmen sind besonders durch Produkt- und Markenpiraterie gefährdet“, weiß Birgit Medeke, Leiterin der Rechtsabteilung bei ZWILLING J. A. HENCKELS AG in Solingen. Der 1731 gegründete Hersteller von Schneidwaren und Küchenutensilien kämpft selber intensiv und erfolgreich gegen Verletzung seiner Rechte bei Markenzeichen, in Internetauftritten, im Markt, bei Produkten und Verpackungen – vor allem durch Unternehmen in China.

Die beste Gegenstrategie heißt „Prävention statt Reaktion“, rät die Juristin.  Ihr Tipp: Schutzanmeldungen auf besonders aktive Plagiatsländer konzentrieren. Auf eigene Schutzrechte und deren Beachtung eindeutig in Verträgen mit Händlern und Lieferanten hinweisen. Und innerbetriebliche Schwachstellen durch Sensibilisierung des Personals schließen. Medeke: „Der größte ungewollte Know-how-Abfluss erfolgt durch die eigenen Mitarbeiter.“

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Starke Marken – profitables Wachstum

Walter Mennekes, Geschäftsführender Gesellschafter der MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG in LennestadtNicht „Geiz ist geil“ ist für Walter Mennekes, Geschäftsführender Gesellschafter der MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG in Lennestadt, der Erfolgsslogan für Unternehmen, sondern „Gewinn ist in“. Dabei setzt der Hersteller von Steckverbindern bewusst auf die Macht der Marke: Sie grenzt das eigene Produkt eindrucksvoll von Billigartikeln ab und ermöglicht es Unternehmen, am Markt höhere Preise durchzusetzen. Sein Rat an Unternehmen: gezielt daran arbeiten, eine Marke zu werden. Das magische Fünfeck für eine erfolgreiche Markenstrategie sind Qualität, Service, Tradition, Kommunikation und Innovation.

Marken machen Unternehmen auch stark – sowohl nach innen wie auch im Wettbewerb. So hat Mennekes die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter gern für ein Markenprodukt arbeiten. Das gibt ihnen das Gefühl, zu den Besten zu gehören. Wie erfolgreich der Zusammenschluss starker Partner zu einer Marke sein kann, zeigt aber auch das Beispiel „E-Check“, bei der Handwerksbetriebe die Elektroinstallation in Unternehmen überprüfen und deren Sicherheit mit einer Plakette bestätigen. 13.000 Handwerksbetriebe führen jährlich rund 400.000 Prüfungen durch. Die Aktion brachte allen Beteiligten in den letzten zehn Jahren einen zusätzlichen Umsatz von 750 Millionen Euro.

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Forschungsprojekte: RFID-Konzepte für den Mittelstand

Während der Veranstaltung präsentierten Forschungsinstitute die Ergebnisse zu vier von der Stiftung Industrieforschung geförderten Projekten zur Zukunftstechnologie RFID. Der Einsatz von Transpondern  in der Logistik ermöglicht mittelständischen Unternehmen ein profitables Wachstum am Standort Deutschland. Hier können Sie zu jedem Projekt einen Kurzbericht herunterladen.

RFID in Deutschland 2007 – Chancen und Hürden für den Mittelstand

Die spezifischen Unterschiede zwischen mittelständischen Firmen und Großunternehmen bei der Wahrnehmung und Realisierung von RFID-Anwendungen analysiert die vom Institut für Informatik und Gesellschaft an der Universität Freiburg durchgeführte Untersuchung. Den aus 201 Einzelfragen bestehenden Katalog haben 141 Geschäftsführer und IT-/Logistik-Verantwortliche ausgefüllt. Kernergebnisse sind: Die Mehrheit der befragten Unternehmen plant die Anwendung von RFID innerhalb der kommenden zwei Jahre oder hat diese bereits realisiert. Drei Viertel aller Unternehmen, die bereits RFID anwenden, planen eine Ausweitung. Besonders mittelständische Unternehmen sehen als noch bedeutende Problembereiche an: möglicher Widerstand von Zulieferern oder Abnehmern, ungeklärte rechtliche Aspekte, fehlende Standards.

Kurzbericht zum Download (1,6MB)

Möglichkeiten und Herausforderungen der RFID Integration in logistischen Prozessen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen

Einen Leitfaden zur RFID-Einführung in kleinen und mittleren Unternehmen haben die Wissenschaftler am  Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (BIBA) an der Universität Bremen entwickelt. Er ist in zwei Teile aufgegliedert. Teil 1 beleuchtet die Eignung des Unternehmens sowie die relevanten Prozesse und untersucht darauf aufbauend die technischen Anforderungen an die RFID-Technologie. Der zweite Teil des Leitfadens beinhaltet einfache Auswertungsmöglichkeiten, die dazu beitragen können, den zu erwartenden wirtschaftlichen Nutzen der RFID-Einführung zu beziffern.

Kurzbericht zum Download (2,6MB)

RFID-gestützte Baustellenlogistik

Anlagenbauer sind oftmals mit Baustellensituationen konfrontiert – sei es bei der Errichtung von Produktionsanlagen oder bei der Revision, Modernisierung und Umrüstung bestehender Anlagen. Das vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg durchgeführte Projekt untersucht, inwieweit und für welche Prozesse auf solchen industriellen Baustellen die RFID-Technologie Anwendungs- und Nutzenpotenziale in sich birgt. Gemeinsam mit fünf mittelständischen Partnern entwickelten die Wissenschaftler beispielsweise Lösungen für die eindeutige Objektidentifikation, den gesicherten Warenübergang, die Ortung auf der Baustelle sowie für die Werkzeugverwaltung. Resultat: Durch die Schaffung einer über Zeit und räumlicher Distanz hinweg integrierten Prozesskette lassen sich erhebliche Verbesserungen bei Kosten, Zeit und Qualität erzielen.

Kurzbericht zum Download (1,4MB)

Rüfilog – Rückverfolgung der Versorgungskette im Lebensmittelbereich durch Einsatz von Internet und RFID-Technik

Im Zuge der gesetzlich geforderten Rückverfolgung von Lebensmitteln durch alle Produktions-, Verarbeitungs- und Vetriebsstufen brauchen auch mittelständische Unternehmen dafür zunehmend effiziente Systeme. An der Technischen Fachhochschule Wildau wurde dafür jetzt gemeinsam mit einem Speditionsunternehmen eine kostengünstige, transportorientierte Warenrückverfolgung mittels RFID entwickelt. Damit lassen sich die Such- und Recherchezeiten erheblich reduzieren. Zusatzvorteile: Durch eine unkomplizierte Handhabung und vergleichsweise geringe Investitionen ist das System besonders für mittelständische Firmen geeignet.  Das von der Stiftung Industrieforschung geförderte Projekt wurde im Januar 2007 mit dem Technologietransfer-Preis des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Kurzbericht zum Download (1,5MB)

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Stand: 07.02.2017
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