Wie es auch kleine und mittlere Firmen schaffen, am Industriestandort Deutschland kostengünstig zu produzieren und zu entwickeln, erläuterten erfolgreiche Unternehmer auf der Veranstaltung „Neue Wege des Kosten- und Produktivitätsmanagements am Industriestandort Deutschland“. Die Vorträge der Experten können Sie hier herunterladen.

Petersberg 2006: Von erfolgreichen Unternehmen lernenHohe Lohnnebenkosten, unflexible Arbeitszeiten oder zu hohe Energiekosten am Standort Deutschland sind nur einige Gründe, warum viele mittelständische Unternehmen derzeit über eine Verlagerung ihrer Produktionsstätten in Niedriglohnländer nachdenken. „Das so genannte Off shoring ist für mittelständische Unternehmen zwar eine Option, aber nicht die alleinige“, gibt Dr. Ernst Franceschini, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg zu bedenken. Sein Rat: „Die Stärken des heimischen Standorts nutzen.“
Wo kleine und mittlere Unternehmen ansetzen können, um auch in Deutschland kostengünstig zu produzieren, zeigten erfolgreiche Unternehmer auf der am 4. April 2006 von der Stiftung Industrieforschung gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchgeführten Veranstaltung „Neue Wege des Kosten- und Produktivitätsmanagements am Industriestandort Deutschland“ auf. Mehr als 250 Unternehmer und leitende Mitarbeiter aus mittelständischen Firmen nahmen daran teil.
»Es geht nicht um eine Entweder-oder-Entscheidung“, fasste Moderator Dr. Robert Fieten, Leiter Management-Forschungs-Team in Köln, die Aussagen der Referenten zusammen, „es kann durchaus vernünftig sein, Teile der Wertschöpfungskette nach draußen zu verlagern.“ Gute Chancen am Produktionsstandort Deutschland sieht Dr. Wolfgang Lerch, Mitglied des Vorstands der Stiftung Industrieforschung in Köln, für mittelständische Firmen vor allem dann, wenn sie „ihre Kernkompetenzen stärken, hochwertige Produktbereiche besetzten, innovative Technologien nutzen.“

Hier finden Sie die Folien zu allen Vorträgen:

Wie man am Standort Deutschland erfolgreich produzieren kann

„Früher hatten wir zwei Jahre Zeit, ein Produkt serienreif zu machen, heute nur noch zehn Monate“, berichtet Günter Murmann, Geschäftsführer der Cherry GmbH in Auerbach und Vice President der Cherry Corporation von den neuen Herausforderungen. Mit drei Powertools brachte er deshalb den Hersteller von Automobil-Mechatronik und Computertastaturen auf den richtigen Kurs: „Klare Wachstumsstrategie, umfassende Erneuerung und Ausbau eigener Stärken“. Erfolgsbeispiel: Durch flexible Arbeitszeitmodelle ohne Überstundenzuschlag kann das Unternehmen inzwischen problemlos Marktschwankungen von plus/minus 40 Prozent auffangen.

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Produktion und Entwicklung im internationalen Verbund: Wie man Kostendifferenzen und Produktionsunterschiede zweckmäßig ausschöpfen kann

„Mit der richtigen Unternehmensstrategie kann auch Deutschland ein Low-cost-Standort sein“, weiß Jürgen Hillesheim, Vorsitzender der Geschäftsleitung der GEDIA Automotive Gruppe in Attendorn. Der Hersteller von Karosseriepressteilen und Schweißbaugruppen für die Automobilindustrie mit Produktionsstätten in Spanien und Polen hat deshalb mit verschiedenen Maßnahmen wie Kaizen oder Kleinserie per Automatisierung gezielt die Kostenblöcke Personal, Technologie, Einkauf und Transport reduziert. Nach einer firmeninternen Matrix verteilt er die Produktion je nach Volumina und Automatisierungsgrad auf seine verschiedenen Standorte. Seinem deutschen Werk hat Hillesheim noch eine besondere Aufgabe zugedacht: die Fuchsfunktion. „Hier findet bei der Neuentwicklung immer der erste Schritt statt – dadurch behalten wir den Vorsprung.“

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Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Deutschland durch Produktinnovation und flexible Arbeitsorganisation

„Unser Schlüsselerlebnis war ein verlorener Auftrag an einen um 20 Prozent billigeren Konkurrenten aus Estland“, berichtet Thomas Hähn, Geschäftsführender Gesellschafter der Hähn Automation GmbH in Rheinböllen, „uns wurde damit klar, dass wir handeln mussten.“ Seine Strategie: Maßnahmen zur Kostensenkung, Veränderung der Organisationsstruktur und vor allen Dingen die Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals. Mit innovativen Automatisierungslösungen wie adaptive Systeme oder manuelle Arbeitsplätze, die seinen Kunden Geld sparen und sie flexibler machen, hat Hähn inzwischen sein Unternehmen fest im Markt positioniert: „Unsere Inlandsnachfrage ist um 50 Prozent gestiegen.“

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Flexibilisierung der Kapazitäten und Kostenentlastung mittels autonomer und selbststeuernder Teamstrukturen

„Kernfrage war, wie wir unser Unternehmen für die neuen Herausforderungen des Marktes richtig aufstellen können“, erinnert sich Axel Jahn, Geschäftsführer der Pollrich Ventilatoren GmbH in Mönchengladbach an den Start zum Umbruch: Das traditionsreiche Maschinenbauunternehmen organisierte beispielsweise die Bearbeitung der Aufträge völlig neu (Teamorganisation), veränderte die Führungskultur („Wer erbringt für den Kunden wirklich einen Nutzen?“), schuf Strukturen, mit denen das Unternehmen vereinbarte Termine sicher einhält (Pull-Prinzip). Resultat im Vergleich zu vor zwei Jahren: 20 Prozent mehr Betriebsleistung, 50 Prozent niedrigere Durchlaufzeiten, Termintreue auf 97 Prozent erhöht.

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Optimierung der Energiekosten: Welche Möglichkeiten hat die Industrie?

„In den letzten fünf Jahren haben sich die Strompreise versechsfacht“, berichtet Harald K. Polotzek, Leiter Energiewirtschaft der Hydro Aluminium Deutschland GmbH in Köln. Er rät mittelständischen Firmen deshalb, jetzt besonders aufs Energiesparen und auf den rationellen Energieeinsatz in der Produktion zu achten. Um langfristig wieder auf ein niedrigeres Niveau bei den Strompreisen zu kommen, sieht Polotzek nur einen Weg: „Firmen sollten die Politiker mobilisieren, damit die Netzkosten und die politischen Sonderkosten wieder sinken.“ Gute Argumente dafür liefert sein Vortrag.

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Diese Forschungsprojekte der Stiftung Industrieforschung helfen mittelständischen Firmen beim Kosten- und Produktivitätsmanagement

Im Rahmen ihrer Fördermaßnahmen hat die Stiftung Industrieforschung eine Reihe von Forschungsvorhaben zu den Themengebieten Outsourcing und Logistik finanziert. Die Kurzberichte zu vier erfolgreichen Projekten können Sie hier herunterladen.

Entscheidungshelfer für IT-Investitionen

Viele mittelständische Unternehmen stehen derzeit vor weitreichenden Investitionsentscheidungen in Sachen Informationstechnologie: Ihre Großkunden wollen sie nämlich durch den elektronischen Datenaustausch noch enger in deren Lieferkette einbinden. Für Firmenchefs stellt sich die Frage, ob sie die IT-Erweiterungen in Eigenregie durchführen und voll finanzieren oder ob sie diesen Teil ihrer Informationstechnologie nicht besser einem Dienstleister übertragen. Für die richtige Entscheidung hat das Competence Center E-Business der Universität Trier im Rahmen des Projekts „EISOLIT- Entwicklung eines Entscheidungsinstruments für Strategische Outsourcing-Lösungen im IT-Bereich für KMU“ ein spezielles Tool erarbeitet und die Broschüre “IT-Outsourcing mit ASP” verfasst.

Der Kurzbericht zum Download (1,0MB)

Navigationssystem fürs IT-Outsourcing

Ein am International Performance Research Institute entwickeltes Tool hilft mittelständischen Unternehmen, bei einem Outsourcing ihrer Informationstechnologie fundierte Entscheidungen zu treffen. Im Rahmen des Projekts „IT-Strategy Maps – finanzielle und nicht-finanzielle IT-Outsourcing-Bewertung mit Ursache-Wirkungsbeziehungen“ haben die Wissenschaftler untersucht, welche IT-Ebenen sich auch in mittelständischen Firmen fürs Outsourcing eignen und wie sich Entscheidungen auf verschiedene Unternehmensbereiche auswirken. In einer zweiten Stufe lassen sich Outsourcing-Alternativen unter dem Kosten-Nutzen-Gesichtspunkt bewerten.

Der Kurzbericht zum Download (200KB)

Foodtracer: Neue Chancen durch Chargenrückverfolgung

Unternehmen der Lebensmittelindustrie sind zwar seit Anfang 2005 per Gesetz gezwungen, eine lückenlose Rückverfolgung ihrer Produkte zu gewährleisten. Für viele Unternehmen kann es sich lohnen, jetzt die Chargenrückverfolgung zu optimieren. Bei ihren Untersuchungen im Rahmen eines Stiftungs-Forschungsprojekts „Strategien und Systeme zur Verbesserung der Chargenrückverfolgung in der Lebensmittelindustrie“ haben die Wissenschafter vom Forschungsinstitut für Rationalisierung (fir) nämlich herausgefunden: durch eine effiziente Chargenrückverfolgung eröffnen sich für Firmen auch logistische und betriebswirtschaftliche Potenziale.

Der Kurzbericht zum Download (1,8MB)

LogiAs: Assistent für termintreue Logistik

Für Kunden werden kurze Lieferzeiten und genaue Einhaltung der Liefertermine zunehmend zu einem Qualitätskriterium bei der Bewertung eines Unternehmens. Damit geraten vor allem kleine und mittlere Firmen, die etwa als Lohnfertiger in die Zuliefererkette eingebunden sind, künftig noch stärker unter Termindruck. Wissenschaftler vom Institut für Fabrikanlagen und Logistik an der Universität Hannover haben deshalb ein „Logistisches Assistenzsystems zur kontinuierlichen Analyse, Positionierung und Gestaltung der Produktion“ entwickelt. Die Software „LogiAs“ unterstützt Firmen bei der Produktionsplanung und Produktionssteuerung.

Der Kurzbericht zum Download (504KB)

Impressionen von der Veranstaltung

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Stand: 01.06.2017
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