Durch aktives Risikomanagement sichern Firmenchefs die Zukunft ihres Unternehmens, erzielen Wettbewerbsvorteile und sparen Geld bei der Fremdfinanzierung. Wie Unternehmen Risiken ohne großen Aufwand erkennen, minimieren und sogar vermeiden, zeigten Praktiker auf einer von der Stiftung Industrieforschung sowie den Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchgeführten Veranstaltung auf. Hier können Sie sich alle Präsentationen herunterladen.

dialogMehr als 250 mittelständische Unternehmer nahmen am 15. Juni 2005 auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Stiftung Industrieforschung sowie der Industrie- und Handelskammern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in Köln teil. Hochaktuelles Thema: „Unternehmerische Risiken intelligent managen – Lösungen für den Mittelstand".

"Firmen müssen aufpassen, dass sie nicht von Risiken überrascht werden", sagt Dr. Hermann H. Hollmann, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln, in seiner Einführungsrede. Als Mitglied der Geschäftsführung der Ford Werke GmbH in Köln weiß Hollmann aus eigener Erfahrung, dass selbst Großunternehmen nicht vor Risiken wie beispielsweise Rückrufaktionen gefeit sind. Die Hauptfrage für Firmen - so Hollmann - ist immer: "Wie geht das Geschäft nach Eintritt eines Schadenfalls weiter?"

"Die besten Ergebnisse erzielen Firmen oftmals mit einfach einsetzbaren Methoden", hebt Dr. Robert Fieten vom Management-Forschungs-Team Köln bei der Moderation der Veranstaltung hervor, "besonders wichtig ist es beispielsweise, dass jeder Mitarbeiter risikobewusst denkt und handelt." Dr. Wolfgang Lerch, Vorstand der Stiftung Industrieforschung in Köln, warnt indes in seiner Schlussansprache vor zu viel Risikoscheu: "Nicht Ängstlichkeit macht Firmen erfolgreich, sondern das Nutzen von Chancen."

Hier finden Sie die Folien zu allen Vorträgen:

Unternehmen im Risikomanagement vor neuen Herausforderungen: Entwicklung einer Risikostrategie im Konzern

"Firmen müssen sich beim Risikomanagement darauf konzentrieren, ihren Kernprozess abzusichern - alle anderen Risiken sollten sie abwälzen", ist der dringende Rat von Dr. A. Stefan Kirsten, Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG in Düsseldorf. In seiner Präsentation finden Firmen eine Liste mit möglichen Risikoindikatoren. Kirsten: "Ein gut geführtes Unternehmen setzt sich allenfalls drei bis vier dieser Risiken aus. Wer auf mehr als zehn Angriffspunkte kommt, hat ein hohes Gefährdungspotenzial."

Präsentation zum Download (8 MB)

Wachstumsrisiken – Finanzierung und Controlling

Eine intensive Kommunikation mit ihren künftigten Partnern war das Erfolgsrezept, mit dem Gerd Rosendahl und Horst Jürgen Hollmann, beide Geschäftsführer der ISE Innomotive Systems Europe GmbH in Bergneustadt, bei ihrem Firmenstart per Management Buy-Out mögliche Risiken aufspürten. Sie befragten ihre künftigen Kunden, den Betriebsrat, ihre Mitarbeiter und sogar die Gewerkschaft. Das war im Jahr 1997. Seitdem ist permantents Risikomanagement fester Bestandteil der Firmenstrategie. Ihr Tipp: "Das Risikobewusstsein täglich neu in den Köpfen der Mitarbeiter verankern und bei jedem neuen Geschäft daraus die richtigen Handlungen ableiten."

Präsentation zum Download (7,6 MB)

Markt- und Entwicklungsrisiken richtig einschätzen

"Vor Risiken sollten Firmenchefs nicht die Augen verschließen", rät Wolfgang Dobelke, Geschäftsführer der Integral Accumulator KG in Remagen. Denn: "Nur unbekannte Risiken sind wirklich eine Gefahr für das Unternehmen und nur bekannte Risiken lassen sich auch einschätzen." Seine Präsentation enthält umfangreiche Checklisten, mit denen Firmen gezielt Markt- und Entwicklungsrisiken erkennen. Dazu gibt es konkrete Handlungsanleitungen, mit denen sich gegensteuern lässt. Das Erfolgsrezept: "Den Markt verstehen und die richtigen Tools einsetzen."

Präsentation zum Download (1,1 MB)

Risikomanagement aus der Sicht einer mittelständischen Beteiligungsgesellschaft

"Firmen sollten nur jene Risiken auf Versicherungen abwälzen, die wirklich unternehmensgefährdend sind", rät Robert Spartmann, Mitglied des Vorstandes der Gesco AG, Wuppertal, "alles andere kann man selber in den Griff bekommen und spart dabei noch Geld." Zum Risikomanagement hat Gesco - die Gesellschaft ist an elf mittelständischen Unternehmen beteiligt - eigene Formulare entwickelt. Darin wird beim Erkennen von Risiken gleich eine Einschätzung der möglichen Auswirkungen notiert, die eingeleiteten Maßnahmen festgehalten und monatlich neu Bestandsaufnahme gemacht.

Präsentation als PDF-Datei (472 KB)

Beschaffungsrisiken – Steigende Materialpreise und Materialverknappungen als Risiko für den Mittelstand

"Selbst Risiken, denen man als Unternehmen machtlos gegenüber steht, lassen sich verringern", berichtet Gerd Böhner, Geschäftsführer der Dörrenberg Edelstahl GmbH in Engelskirchen. Der traditionsreiche Hersteller von Werkzeugstahl ist beispielsweise von immens steigenden Rohstoffpreisen und Materialknappheit betroffen. Böhner rät Firmen in solchen Situationen zu einer langfristig angelegten Risikominderungsstrategie. Dafür gibt es vier Stellschrauben: Lieferantenpflege, Kursabsicherung, Mengenkontrakte und Innovationen.

Präsentation zum Download (840 KB)

Finanzrisiken – Welche Fehler führen in die Insolvenz? Die Insolvenz als letzte Chance der Sanierung

"Keine Firma rutscht unversehens in die Insolvenz", weiß Dr. Jobst Wellensiek, Seniorsozius der Anwaltskanzlei Wellensiek Rechtsanwälte Partnergesellschaft in Heidelberg, aus langjähriger Erfahrung. In seiner Präsentation zeigt er die typischen Anzeichen einer akuten Krise auf. Sein Rat: "Wenn eine Insolvenz nicht mehr vermeidbar ist, sollte die Firma darin die Chance zur Sanierung sehen." Das neue Insolvenzrecht hilft Unternehmen dabei.

Präsentation als PDF-Datei (2,7 MB)

Diese Forschungsprojekte der Stiftung Industrieforschung helfen mittelständischen Firmen beim Risikomanagement

Die Stiftung Industrieforschung hat das Thema Risikomanagement bereits in den letzten Jahren zu einem Förderschwerpunkte gemacht. Hier finden Sie die aktuellen Ergebnisse aus vier Forschungsprojekten.

MinD - Managementinstrumente & Dialog

Mit einem an der Universität Münster entwickelten Softwareprogramm können mittelständische Firmen ihre Unternehmensführung strategisch ausrichten, bei Verhandlungen mit der Bank gute Argumente parat haben und sich schon jetzt für das ab 2006 anstehende Rating (Basel II) rüsten. Mehr als 1100 kleine und mittlere Unternehmen setzen das kostenlose MinD-Programm bereits ein.

Kurzfassung zum Download (248 KB)

Direkt zur Projekt-Website

Riprocon-Check - Ein risikoorientiertes Kalkulationstool für die Auftragsbewertung und Auftragssteuerung

Die Auftragsfertigung zeigt im Vergleich zur Produktion für den anonymen Massenmarkt eine Reihe besonderer Risiken. So sind die Planungsrisiken aufgrund der geringen Leistungsstandardisierung meist erschwert. Das am Lehrstuhl Controlling an der Universität Hohenheim entwickelte Softwaresystem hilft kleinen und mittleren Firmen, die Risiken solcher Aufträge zu erfassen, zu überwachen und zu steuern.

Kurzfassung des Projektberichts zum Download (748 KB)

Direkt zur Projekt-Website

Übertragung von Regeln zur Eigenkapitalausstattung nach Basel II auf mittelständische Industrieunternehmen

Spätestens mit der Umsetzung von Basel II in den Banken hat das Risiko eines Unternehmens direkten Einfluss auf dessen Finanzierungskosten: Unternehmen, die Risiken mindern oder vermeiden, erhalten einfacher und günstiger Kapital. Ein an der Universität Oldenburg entwickeltes Instrumentarium ermöglicht mittelständischen Unternehmen bereits jetzt ein Selbstrating. Das Tool können Firmen kostenlos über die Projekt-Website anfordern.

Kurzfassung zum Download (432 KB)

Direkt zur Projekt-Website

Technologie Rating: Technologische Chancen und Risiken bewerten

Innovationskraft und technologisches Know-how eines Unternehmens werden bei herkömmlichen Finanz-Ratings nur unzureichend berücksichtigt. Eine vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie in Aachen entwickelte Bewertungsmethodik hilft kleinen und mittleren Betrieben, diesen Unternehmenswert bei Kreditverhandlungen mit den Banken richtig zu positionieren. Das Instrumentarium befähigt Firmen zudem zu einer Eigenanalyse ihrer technologischen Position und lässt sie die Risiken eines potenziellen Technologieengagements frühzeitig erkennen.

Kurzfassung zum Download (152 KB)

Impressionen von der Veranstaltung

imageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimage

nach oben
Stand: 07.02.2017
Barkhovenallee 1 | 45239 Essen | Tel 0201 - 8401-160 | Fax 0201 - 8401-255 | E-Mail