Dr. Carsten Kreklau„Die Frage, wie gute Ideen zu marktreifen Innovationen werden, ist eine Kernfrage unseres wirtschaftlichen Erfolges – und sie steht auch im Fokus der Arbeit, die die Stiftung Industrieforschung leistet“, betonte Kuratoriumsvorsitzender Dr. Carsten Kreklau in seiner Eröffnungsansprache. Kreklau verwies dabei auf das Spektrum von Förderinstrumenten, die die Stiftung anbiete, um wissenschaftlichen High Potentials dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten noch besser zu entwickeln. Dies beginne bei den ersten wissenschaftlichen Schritten einer anwendungsnahen Master- oder Diplomarbeit, setze sich fort mit der Förderung erstklassiger Nachwuchsforscher durch Preise und besondere Veranstaltungen und gehe schließlich bis hin zur Unterstützung junger High-Tech-Gründer durch die Akademie „Prepare!“:

Prof. Dr. Frank T. PillerAls Festredner war ein Mann gekommen, der im Jahre 2000 von der Stiftung den 1. Preis für seine Dissertation zum Thema „Kundenindividuelle Massenfertigung“ erhalten hatte: Prof. Dr. Frank T. Piller, inzwischen Inhaber des Lehrstuhls für Technologie- und Innovationsmanagement der RWTH Aachen. In seinem Vortrag erläuterte Piller, wie Unternehmen in einem systematischen Prozess zu neuen, erfolgreichen Geschäftsmodellen gelangen können. Die Erfolgspotentiale solcher Geschäftsmodellinnovationen seien beträchtlich: Empirische Studien zeigten, dass Business-Modell-Innovatoren deutlich bessere Geschäftsergebnisse erzielen könnten als traditionelle Innovatoren.

Piller betonte dabei, dass sein Interesse an diesem Thema nicht nur theoretisch-abstrakter Natur sei: „Mein eigener Job steht aktuell durch neue Geschäftsmodelle unter Druck“ sagte er und verwies dabei auf ein wachsendes Angebot professionell hergestellter Online-Lehrinhalte, die in Wettbewerb zum traditionellen Vorlesungsbetrieb träten. Piller zitierte dabei den früheren Stanford-Hochschullehrer - und Mitgründer der Online-Lernplattform Udacity – Sebastian Thrun mit der Prognose, es werde in Zukunft höchstens zehn Anbieter von Hochschulausbildung geben.

Wie der Prozess zur Herleitung eines neuen Geschäftsmodells aussehen könnte, skizzierte Piller in seinem Vortrag. Dabei profitiere diese Methodik von den Ansätzen moderner Design-Methoden (design thinking) und arbeite auf der Grundlage eines „Business Model Canvas“, der alle wesentlichen Elemente eines innovativen Geschäftsmodells abbilde.

StipendiatenAnschließend erhielten 19 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bewerbungstermine Herbst 2012 und Frühjahr 2013 ihre Urkunden für wissenschaftliche anspruchsvolle und zugleich praxisorientierte Diplom- und Masterarbeiten: Michael Bembom (Düsseldorf), Dennis Bensinger (Darmstadt), Martina Cihova (Karlsruhe), Jacob Ducke (München), Ulrich Engelmann (Aachen), Axel Günther (Hannover), Axel Heilemann (Freiburg), Nadine Hietschold (Dresden), Stefanie Hillebrand (Stuttgart), Jana Jost (Dortmund), Parisa Khoram (Erlangen-Nürnberg), Susanne Koch (Würzburg), Thorsten Krampe (Aachen), Theresa Lohaus (Aachen), Fabian Lurz (Erlangen-Nürnberg), Galina Marzun (Duisburg-Essen), Pascal Neibecker (Augsburg), Miriam Oversohl (Aachen), Hendrik Vogt (Bochum). Einige weitere Stipendiat(inn)en aus diesen beiden Terminen konnten wegen verschiedener Verpflichtungen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

In seinen einführenden Worten betonte Dr. Carsten Kreklau, dass auch Diplom- und Masterarbeiten wichtige Forschungs-Impulse für den innovativen Mittelstand geben könnten. Zugleich verwies Kreklau auf die – in diesem Jahr erstmals angebotenen – Poster-Präsentationen, in denen die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Rahmen der Jahresveranstaltung ihre Vorhaben und Forschungsergebnisse präsentierten.

Jana Jost und Fabian LurzJana Jost und Fabian Lurz hielten - stellvertretend für alle Stipendiaten - eine kurze Dankansprache. Darin berichteten sie, dass ihnen die Förderung der Stiftung – neben den finanziellen Vorteilen – auch eine wichtige Anerkennung gegeben und sie zu besonders intensiver Arbeit an ihrem Thema ermutigt habe. Zudem konnte Fabian Lurz auf eine Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen verweisen, in die seine Ergebnisse eingeflossen seien.

Schließlich zeichnete Dr. Carsten Kreklau eine junge Forscherin und zwei junge Forscher aus, deren Arbeiten nicht nur wissenschaftlich exzellent waren, sondern zugleich der mittelständischen Praxis Impulse für Innovationen geben konnten. Der „Preis für wissenschaftliche Arbeiten“ war mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

Preisträger 2013Der 1. Preis ging dabei an Dr. Nadia Abou Nabout für ihre an der Universität Frankfurt am Main entstandene Dissertation zum Thema: “Optimal Search Engine Marketing”. Den 2. Preis erhielt Dr. Kersten Lange (rechts) für seine an der Universität Münster verfasste Dissertation zum Thema: “Stabilität und Stabilisierung von Unternehmenskooperationen – eine empirische Untersuchung in der deutschen Automobilindustrie“. Mit dem 3. Preis wurde Dr. Friedrich Sommer (2. von rechts) für seine an der Universität Münster entstandene Dissertation zum Thema “Marktpreisprognose für kontrollierte Auktionen – Relevanz, Durchführung und empirischer Verfahrensvergleich“ ausgezeichnet


Poster-AusstellungPoster-AusstellungIn seinen Abschlussworten dankte Dr. Carsten Kreklau den Teilnehmern und lud sie ein, sich auf der Poster-Ausstellung der Stipendiaten ein Bild von der Vielfalt und der Qualität der einzelnen Forschungsthemen zu machen. Beim abschließenden Buffet wurden schließlich die Diskussionen fortgesetzt.


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Stand: 07.02.2017
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