Dr. Carsten Kreklau„Vorsprung durch Innovation – so lautet nicht nur das Thema des heutigen Festvortrags. Es ist auch das Kernziel, das die Stiftung mit ihrer Arbeit verfolgt“, betonte Kuratoriumsvorsitzender Dr. Carsten Kreklau in seiner Begrüßungsansprache bei der Jahresveranstaltung am 16. November 2011. Erstmals hatte die Stiftung nach Berlin eingeladen - und zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Forschungsförderung waren der Einladung ins Sofitel Hotel am Gendarmenmarkt gefolgt.

Kreklau erläuterte die beiden Fixpunkte, die die Stiftung bei ihrer Arbeit verfolge: zum einen die Ausrichtung auf den industriellen Mittelstand, zum anderen die Fokussierung der Forschungsförderung auf exzellente junge Forscherinnen und Forscher. „Damit können wir eine zweifache Wirkung erzielen: Zum einen bringen wir frische, bisweilen auch unkonventionelle Ideen in den Mittelstand. Und zum anderen können wir durch unsere Unterstützung vielversprechende junge Leute ermutigen, sich wissenschaftlich weiter zu qualifizieren, ihre Potentiale noch besser zu entfalten und auch im Leben nach der Hochschulausbildung durchzustarten“, sagte Dr. Carsten Kreklau.

Ralf DieterAls Festredner war Ralf Dieter, Vorstandvorsitzender der Dürr AG, gekommen. Dieter war 1989 von der Stiftung Industrieforschung für seine Diplomarbeit zum Thema „Investitionsplanung bei CIM-Projekten“ mit dem ersten Preis für wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet worden – woran er zu Beginn seiner Ausführungen erinnerte.

In seiner Festrede zum Thema „Vorsprung durch Innovation: FuE-Management im globalen Maschinen- und Anlagenbaugeschäft“ hob Dieter die Innovation als wesentliches Kennzeichen zur Beurteilung der „Gesundheit“ von Unternehmen hervor. Innovation generiert Wachstum – diese Beziehung konnte Dieter anhand von Statistiken eindrucksvoll belegen. Wie die Dürr AG ihre Innovationsstrategie in die Tat umsetzt, erläuterte Dieter anhand der im Unternehmen praktizierten Methodik – von der Ideensammlung über die Projektauswahl und –umsetzung bis hin zum Vertrieb. Eine solche Methode könne jedoch nur dann erstklassige Ergebnisse hervorbringen, wenn auch die gesamte Struktur eines Unternehmens auf Innovationen ausgelegt sei: durch die permanente Anpassung von Prozessen und Organisation, die Beteiligung von Mitarbeitern an der Weiterentwicklung, durch eine stringente Verfolgung der Ziele und Werte des Unternehmens, ein motivierenden Arbeitsumfeld und nicht zuletzt durch einen angemessenen Umgang mit dem Scheitern von Ideen. Am Beispiel des Lackierkabinensystems „EcoDryScrubber“ veranschaulichte Dieter die handfesten Vorteile, die ein innovatives Produkt erreichen kann: So bringt der „Scrubber“ nicht nur einen Stückkostenvorteil von rund 10 Euro je Karosserie, sondern senkt auch den Energieverbrauch in der Lackiererei um bis zu 30 % und benötigt zudem weder Frischwasser noch Chemikalien.

StipendiatenAnschließend erhielten 17 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bewerbungstermine Herbst 2010 und Frühjahr 2011 ihre Urkunden für wissenschaftliche anspruchsvolle und zugleich praxisorientierte Diplom- und Masterarbeiten: Benjamin Appiah (Offenbach), Marc Arends (Koblenz), Martin Beck (Rostock), Kim-Leong Chung (Bremen), Ali El-Sibai (Magdeburg), Daniel Gillardon (Karlsruhe), Viktoria Gochmann (Gießen), Aniela Heidebrecht (Bayreuth), Andreas Kümmeth (Erlangen-Nürnberg), Pascal Luhn (Jena), Nicole Mevissen (Aachen), Moritz S. Müller (München), Robert Mulsow (Berlin), Carola Pietsch (München), Christian Rompf (Duisburg-Essen), Eva-Cristina Schneider (Berlin) und Johannes Schrage (Aachen). Acht weitere Stipendiat(inn)en aus diesen beiden Terminen waren bereits ins Berufsleben eingestiegen und konnten wegen verschiedener Verpflichtungen nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

„Ein besonderes Anliegen war es der Stiftung, dass unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten bestmöglich betreut werden“, sagte Dr. Carsten Kreklau bei der Urkundenverleihung. „ Daher haben nicht sie selbst die Anträge gestellt, sondern die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, an deren Instituten die Arbeiten entstehen. Die Bewerbungshürden sind damit hoch, doch die Ergebnisse sind – wenn ich mir die Noten der bisherigen Diplom- und Masterarbeiten anschaue – sehr überzeugend.“

Eva-Cristina Schneider und Christian RompfEva-Cristina Schneider und Christian Rompf hielten – stellvertretend für alle sieben Stipendiaten – eine kurze Dankansprache. Darin betonten sie, dass ihnen das Stipendium die Chance eröffnet habe, sich ohne finanzielle zwänge voll auf die Diplom- oder Masterarbeit zu konzentrieren.

Schließlich zeichnete Dr. Carsten Kreklau eine junge Forscherin und drei junge Forscher aus, deren Arbeiten nicht nur unter wissenschaftlichen Kriterien hervorragend waren, sondern zugleich der mittelständischen Praxis Impulse für Innovationen geben konnten. Der „Preis für wissenschaftliche Arbeiten“, den die Stiftung Industrieforschung seit 1989 vergibt, ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert – für das Jahr 2011 wurde die Preissumme auf 12.000 Euro aufgestockt.

Preistraeger 2011Der 1. Preis ging dabei an Dr. Michael Geisler (rechts) für seine an der TU München entstandene Dissertation zum Thema: „Einzelmolekülsensoren zur Untersuchung hydrophober Phänomene“. Der 2. Preis wurde gleich zwei Mal verliehen: Zum einen an Dr. Konstantin Kolloge (2. von links) für seine an der Universität Münster verfasste Dissertation zum Thema „Erfolgsfaktoren internationaler Unternehmenskooperationen – eine empirische Untersuchung am Beispiel von Vertriebskooperationen im deutschen Maschinenbau“. Und zum anderen an Dr. Daniel Küpper (links) für seine an der RWTH Aachen entstandene Dissertation zum Thema „Die Erfolgswirkung von Effectuation im Kontext von FuE-Projekten – eine empirische Analyse.“ Den Sonderpreis erhielt Sophia Schärfl MSc für ihre an der FH Technikum Wien entstandene Masterarbeit zum Thema „Vom Schadstoff zum Rohstoff: Mikroalgen zur Rückführung von CO2 in einem energetischen und wirtschaftlichen Nutzungskreislauf am Beispiel der Zementindustrie.“


In seien Abschlussworten dankte Dr. Carsten Kreklau den Teilnehmern und lud sie ein, das anschließende Buffet für eine Fortsetzung des Dialogs und des persönlichen „Networkings“ zu nutzen.

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Stand: 30.03.2017
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