Forum junge Spitzenforscher 2014Wer sich mit industriellen Produktinnovationen beschäftigt, muss sich nahezu zwangsläufig mit neuen Materialen beschäftigen. Das galt nicht nur für die Vergangenheit, sondern sicher auch für die Zukunft: Organische Verbindungen, Nano-Oberflächen oder Leichtbau-Verbundwerkstoffe sind nur drei Stichworte, die beweisen, wie aktuell die Materialforschung auch heute noch ist. Grund genug für die Stiftung Industrieforschung und die Humboldt Innovation GmbH das Thema „Research for New Materials“ im Forum Junge Spitzenforscher und Mittelstand aufzugreifen. Am 19.11. erhielten sechs Forscher im Erwin Schrödinger-Zentrum in Berlin-Adlershof die Gelegenheit, Ihre Ideen einer Preisjury aus fünf Unternehmern zu präsentieren.

Jan KischkatWerden wir in Zukunft Lungenkrebs oder Diabetes einfach über die Atemluft diagnostizieren können? Ja, sagt Jan Kischkat von der HU Berlin, und er hat dazu eine hervorragende Idee: eine über seltene Erden gefilterte Infrarotspektroskopie. Mithilfe dieser ausgeklügelten Technik will der Physiker mehrere Spurengase gleichzeitig aufspüren, die spezifisch für das Herannahen einer Krankheit sind. Dabei soll die Technik so ausgelegt werden, dass sie für den Massenmarkt kompatibel ist. Eine Idee mit extrem großen Zukunftspotenzial befand die Jury, prämierte ihn mit dem ersten Preis und bewilligte Herrn Kischkat 10.000 € für weitere Forschungen.

Andreas SchellEbenfalls 10.000 € konnte der Quantenchemiker Andreas Schell für seine Forschungen zur Entwicklung von Quantensystemen gewinnen. Herr Schell bettet Diamantnanoteilchen in Plastik ein und kann damit Linsen, Spiegel oder Wellenleiter auf Quantensysteme bauen, die nicht nur die Mikroskopie und andere bildgebende Verfahren auf ein neues Auflösungsniveau heben können, sondern auch zur Messung kleiner elektrischer Impulse taugen, z.B. zur Messung von Signalen entlang von Nervenzellen. Zusätzlicher Vorteil des Materials: es ist preisgünstig, langlebig und gut skalierbar.

Nicola Pinna und Matthias KargNicola Pinna und Matthias Karg stellten ihre Ideen für die nächste Generation von Leuchtmitteln vor, genauer gesagt eine Weiterentwicklung der Weißlicht-LEDs. Diese basiert auf Böhmit und sind frei von Lanthaniden, was sie preisgünstiger und umweltschonender macht. Zudem sind sie deutlich stabiler (können also die emittierte Lichtfrequenz länger halten) und dimmbar. Auch diese Idee war der Preisjury 10.000 € wert.

Ebenso überzeugend fand die Preisjury die Vorträge von Katja Uhlig, die „Zelltests für Medizin und Wissenschaft auf der Basis bioaktiver Oberflächen“ vorstellte, von Patrick Wilke, der einen „Biokominatorischen Ansatz zu aktivierbaren, muschelinspirierten Adhäsiven“ präsentierte und von Joachim Paier, der sich mit „Quantenmechanische Methoden der Dichtefunktion (Hybridfunktionale)“ beschäftigt hat. Die Stiftung Industrieforschung unterstützt ihre Projekte mit jeweils 2.000 €. Letztendlich ist das Geld aber wohl weniger entscheidend als die Tatsache, dass alle Vortragenden hilfreiche Impulse aus der Praxis bekommen und ihre wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Netzwerke ausgebaut haben.

Preisjury beim Forum Junge Spitzenforscher und Mittelstand

Ein besonderer Dank geht auch in diesem Jahr wieder an die Juroren der Preisjury (Dr. Thomas Bittner - Boehmert & Boehmert, Roger Limberg - Berlin-Chemie AG, Maciej Paluszynski - Berlin Partner, Dr. Martin Regehly - Great Eyes und Dr. Alexey Shilkin - BASF Schwarzheide GmbH), die sich mit großem Sachverstand und Engagement ihrer Aufgabe gewidmet haben.

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Stand: 30.03.2017
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