Zwei Technikwissenschaftler und eine Betriebswirtin sind die glücklichen Preisträger des Preises für wissenschaftliche Arbeiten der Stiftung Industrieforschung. Alle drei haben in hervorragender Art und Weise die ausgelobten Kriterien erfüllt, nämlich eine wissenschaftlich innovative Abschlussarbeit zu erstellen, die nicht nur höchsten methodischen Kriterien genügt, sondern gleichzeitig einen unmittelbaren Nutzen für die industrielle Anwendung in mittelständischen Unternehmen hat.

Wie schon im letzten Jahr wurden die Preise im Rahmen des Petersberger Industriedialogs in Königswinter überreicht. Vor fast 300 Wissenschaftlern und Unternehmern konnte Herr Jochen Kortmann, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Industrieforschung und selbst erfolgreicher Unternehmer, die Ehrungen vornehmen.

Dr. Matthias Vogler (Foto: Roland Rossner)
Foto: Roland Rossner

Erster Preisträger ist Herr Dr. Matthias Vogler, der die Auszeichnung für seine Dissertation „Anisotropic Material Models for Fiber Reinforced Polymers“ erhielt, die er an der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie an der Leibniz Universität Hannover erstellt hat.
Die Arbeit von Herrn Dr. Vogler ist im Leichtbau angesiedelt und beschäftigt sich mit dem komplexen mechanischen Verhalten von faserverstärkten Polymeren. Hier hat er Simulationsmodelle entwickelt, die das inelastische Verhalten dieser Materialen unter Berücksichtigung der Mehrachsigkeit und der Richtungsabhängigkeit besser als bisher beschreiben und vorhersagen können.
Nach Ansicht des Fachgutachters „ermöglicht die Einführung von Strukturtensoren neue Simulationsanwendungen die herausragend sind. […] Bei richtiger Anwendung könnte das zu einer Reduzierung von 10% des Strukturgewichts bei gleichzeitiger Nutzlasterhöhung von 20% führen.“ Die Preisjury ist sich mit dem Gutachter einig, dass die Arbeit von Herrn Vogler nicht nur wissenschaftlich herausragend und originell ist, sondern zugleich sehr praxisorientiert und besonders für KMUs nutzbar.

Florian Biesinger (Foto: Roland Rossner)
Foto: Roland Rossner

Den zweiten Preis erhielt der Student Florian Biesinger, und zwar für seine Bachelorarbeit an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Ulm zum Thema: „Das Verhalten von regenerativen Einspeisern bei einem Netzwiederaufbau“.
Herr Biesinger hat sich eingehend mit einem speziellen Aspekt der Energiewende beschäftigt, nämlich mit der Problematik der Netzsicherheit, wenn eine Vielzahl von Photovoltaik-Anlagen in das Stromnetz einspeisen. Nach Ansicht unseres Fachgutachters „behandelt die Arbeit von Herrn Biesinger eine sehr komplexe technische Fragestellung […] Das Nutzungspotential der Forschungsergebnisse für kleine und mittlere Unternehmen ist sehr hoch. Sowohl die Methodik als auch einige der Ergebnisse sind direkt auf anderer regionale Energieversorger (darunter auch Stadtwerke) übertragbar.“

Den dritten Preis erhielt in diesem Jahr Frau Dr. Anna Kaland. Frau Kaland hat am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Theme „Controlling im Facheinzelhandel – Eine empirische Untersuchung zum Status quo und Einflussfaktoren auf die Instrumentennutzung“ promoviert. In Ihrer Würdigung der Arbeit betonen Preisjury und Gutachter, Frau Kaland „verdeutlicht sehr gelungen, dass es durch den Einsatz adäquater Controlling-Instrumente möglich ist, den Grad an Reflexion in der Unternehmensführung zu erhöhen und bedeutsame Entscheidungen zu fundieren. […] Die Ergebnisse der Arbeit liefern zahlreiche Anknüpfungspunkte für Unternehmen, um Verbesserungspotenziale in Abhängigkeit ihrer individuellen Unternehmenssituation zu identifizieren.“
Leider konnte Frau Dr. Kaland den Preis nicht persönlich entgegennehmen, da sie sich auf einer lang geplanten Reise befand.

 

Die Stiftung Industrieforschung gratuliert allen Preisträgern.

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Stand: 30.03.2017
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