Drei Forscher aus den Technikwissenschaften haben in diesem Jahr die Preise für wissenschaftliche Arbeiten der Stiftung Industrieforschung erhalten. Dr. Jörg Neumeyer, Dr. Verena Kräusel und Stefan Sommer ist eine besondere Symbiose gelungen: Eine wissenschaftlich innovative Abschlussarbeit zu erstellen, die nicht nur höchsten methodischen Kriterien genügt, sondern gleichzeitig einen unmittelbaren Nutzen für die industrielle Anwendung in mittelständischen Unternehmen hat. Vergeben wurden die Preise im Rahmen des Petersberger Industriedialogs in Königswinter vor 250 Wissenschaftlern und Unternehmern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Dr. Jörg Neumeyer
Foto: Roland Rossner

Erster Preisträger ist Herr Dr. Jörg Neumeyer, der die Auszeichnung für seine Dissertation „Induktive Unterstützung von Hybrid-Schweißverfahren zum prozesssicheren und leistungsstarken Fügen dickwandiger Bauteile“.an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Leibniz Universität Hannover erhielt. Auch Herr Dr. Neumeyer hat sich mit der Blechbearbeitung beschäftigt, hier aber nicht mit dem Zuschneiden, sondern mit dem Schweißen von Blechen. In seiner Arbeit kombiniert er Laserstrahlen mit dem Metallschutzgasschweißen und führt einen Induktor ein, der die Abkühlung der Schweißnaht so beeinflusst, dass diese möglichst wenig versprödet. Seine Arbeit ist „von einem überdurchschnittlichen wissenschaftlichen Charakter geprägt, wobei der Bezug zur Anwendung von dem Verfasser durchgehend gehalten wird. Herrn Neumever gelingt es sehr gut, die technische Herausforderung zu konkretisieren und daraus die bislang ungelösten Grundprobleme zu definieren.“

Dr. Verena Kräusel
  Foto: Roland Rossner

Mit dem zweiten Preis wurde Dr. Verena Kräusel für ihre Habilitation an der TU Chemnitz ausgezeichnet. Unter der Überschrift „Gestaltung und Bewertung einhubiger Scherschneidverfahren mit starren Werkzeugen unter besonderer Berücksichtigung der Schnittflächenqualität an Blechbauteilen“ hat Frau Dr. Kräusel eine neuartige Variante der Technologie des sog. Genauschneidens entwickelt. Nach Ansicht der Preisjury „veröffentlicht Frau Dr. Kräusel mit ihrer Habilitation ein beachtliches wissenschaftliches Werk, welches in Lehre und Forschung großen Respekt verdient. Auch die branchenspezifischen, industriellen Unternehmen können aus ihrer Arbeit einen direkten Nutzen ziehen, weil sehr umfänglich Anwendungsparameter für die neue Verfahrensvariante des Scherschneidens mit hohen Geschwindigkeiten entnommen werden können.“

Herr Stefan Sommer
Foto: Roland Rossner

Den dritten Preis erhielt Herr Stefan Sommer für seine Bachelorarbeit an der Universität Marburg zum Thema: „Schichttechnologische Thermofühler für innovative Heißkanaldüsen“. Nach Ansicht der Preisjury hat Herr Sommer „für eine Bachelorarbeit eine wirklich eine herausragende Leistung“ gezeigt. „Wenn die untersuchte Konzeption bis zur kommerziellen Nutzung weiterentwickelt wird, revolutioniert sie sicher nicht die gesamte Kunststoffverarbeitung beim Heißkanalspritzgießverfahren, aber für die wirtschaftliche Herstellung von Massenkleinteilen wäre es ein gravierender Optimierungsschritt“.

 

Die Stiftung Industrieforschung gratuliert allen Preisträgern.

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Stand: 07.02.2017
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