Jannik SchottlerWieviel Leistung man mit einem Windrad gewinnen kann, lässt sich mit einer relativ einfachen Gleichung beschreiben. Leider nur, wenn der Wind konstant weht und wenn man nur ein einzelnes Windrad betrachtet. Bei stark wechselnden Winden müssen Windräder dagegen effektiv geregelt werden, um eine möglichst effiziente Energiegewinnung zu gewährleisten. Das gilt umso mehr, wenn ein zweites Windrad im Nachlauf (also im teilweisen Windschatten) eines ersten Rades steht.
Mit Unterstützung der Stiftung Industrieforschung hat Herr Jannik Schottler solche Tandem-Windräder in seiner Masterarbeit experimentell untersucht und eine neue Software entwickelt, die es ermöglicht, die Energiegewinnung des Gesamtsystems - und nicht nur die jedes einzelnen Windrades - zu optimieren. Wichtigste Ergebnisse seiner Arbeit: Für die Gesamtleistung ist es vor allem notwendig, den Winkel der Rotorblätter des vorderen Windrades zu optimieren. Wählt man hier eine suboptimale Einstellung, so verliert man an diesem Windrad mehr Leistung als man am zweiten gewinnen kann. Dagegen ist es sinnvoll, das vordere Windrad nicht direkt in den Wind zu stellen (was der optimalen Einstellung für dieses eine Windrad entsprechen würde), sondern einen Gierwinkel von etwa 20 Grad zu lassen. Dann kann man mit etwa 6% mehr Gesamtleistung rechnen.
Herr Schottler hat seine Arbeit am Institut für Physik der der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg angefertigt. Die Betreuung und wissenschaftliche Verantwortung oblag Dr. Michael Hölling und Prof. Dr. Joachim Peinke. Die waren von der Arbeit so überzeugt, dass Herr Schottler seine Methoden im Rahmen einer Promotion weiter entwickeln wird.

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Stiftungs-Preisträger erläutern ihre Arbeiten

Mit insgesamt 10.000 Euro zeichnete die Stiftung Industrieforschung im Herbst 2013 drei Dissertationen aus, die nicht nur nach wissenschaftlichen Kriterien hervorragend waren, sondern auch der mittelständischen Praxis wichtige Impulse gaben. In kurzen Videos erläutern die Preisträger – Dr. Nadia Nabout, Dr. Kersten Lange und Dr. Friedrich Sommer – die Kernpunkte ihrer Arbeiten.

Weitere Informationen zur Preisverleihung 2013 finden Sie hier.

Stand: 07.02.2017
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